Die News

Projekt Konsum und Nachhaltigkeit

 

Seit vielen Jahren beschäftigt uns das Thema Nachhaltigkeit und Ökologie. Immer wieder mal gab es kleinere Angebote zu diesem Thema. Wohlmeinend könnte man auch die einmal jährlich für eine Woche statt findende Waldzeit dazurechnen. Auch Müll gesammelt haben wir mit den Kindern schon, ebenso wie einen Kompost angelegt, Biogemüse und Fleisch gekauft, hier und da auf fair gehandelte Produkte geachtet, eine Solardusche gebaut, Photovoltaikautos gebaut, mitgemacht beim Leuchtpolprojekt und mit Kindern dem Strom auf die Spur gekommen. Haben das getan was man als ökologisch korrekte(r) Erzieher*in so tut.

Die sich in größeren Teilen des ökologischen Sektors anhaltend verschlechternde Situation unseres Planeten, das Weltklima, der Müll, der Ressourcenschwund haben das Thema bei uns immer wieder in den Fokus gerückt.

Als eine Kita, in der es den meisten wirtschaftlich gut geht, in der aufgeklärte und eher hoch gebildete Menschen Eltern sind, wird besonders viel konsumiert, werden besonders viele Ressourcen gebraucht. Das lässt sich natürlich auch leicht erklären. Flugreisen machen die, die sie sich leisten können, Fernreisen machen gerne die, die Interesse an der Welt haben, die mehrere Sprachen sprechen, große Autos fahren die, die sie sich leisten können, viel kaufen können ebenfalls die mit höherem Einkommen usw.

Die Kinderzimmer unserer Kitakinder sind gut gefüllt. Jeder Geburtstag treibt Scharen von Omas, Opas, Patchworkomas und Opas, Tanten, Onkel und Freunde in die Spielwarenabteilungen, auf das sie hoffentlich das richtige Produkt zum richtigen Trend erwischen, gerade noch rechtzeitig bevor es out ist und in irgendeine Kiste der übervollen Kinderzimmer wandert.

Niemand hat das alles so geplant, wenige scheinen das genau so zu wollen, aber dennoch findet es statt. Kinder reagieren auf all diese Konsumanforderungen so wie es ein gut funktionierendes Kindergehirn tut. Es lernt, entwickelt Begehrlichkeiten, Wünsche, Erwartungen. Verzicht ist blöd. Was alle anderen haben will ich auch, will dazugehören, dabei sein, mitreden. So wie Mama und Papa auch. Papas Auto und Mamas Klamotten sind meine Spielsachen.

Letztendlich führte uns diese Erkenntnis zu dem Punkt, das das Thema Konsum und Nachhaltigkeit nur nachhaltig  angegangen werden kann wenn wir alle einbeziehen, auch die Eltern und auch uns selbst.

Gehören doch auch wir genau zu denen, deren Kinder wir täglich betreuen. Zu denen, die Coffee to go trinken weil es so lecker ist. Die mit dem Auto in die Kita fahren obwohl es auch das Fahrrad tut, die mal für eine Woche auf die Insel fliegen, um den Kopf frei zu bekommen, die sich schon jetzt auf die Grillabende mit Freunden auf der Terrasse freuen, die Dinge aussortieren, weil es mal was Neues sein soll, auch wenn das Alte noch tadellos funktioniert.

Wir spüren, dass sich etwas tut auf der Welt, dass sich etwas bewegt und wir wollen den Drive erwischen, wollen surfen auf einer vielleicht gerade entstehenden Welle der Veränderung.

Ein Projekt sollte es werden, dass lange dauert, ein Jahr sollte es schon sein. Es sollte Menschen in Kontakt miteinander bringen, sollte anregen, Mut machen, Bewußtheit schaffen, es soll Kinder als Adressat für in die Zukunft ausgerichtete Veränderungen sichtbar machen und beteiligen.  

Mit einem Tag ohne Strom haben wir die Kinder für das Thema Energie sensibilisiert, Seit Projektbeginn sind einige interessante Projekte auch innerhalb der Elternschaft entstanden, wie z.B. eine dauerhafte Tauschbörse für Dinge, die man nicht mehr braucht, die Mitarbeit in einer Foodsharinginitiative, Wildkräuter sammeln und verarbeiten, Insektenhotels bauen und aufstellen, den Müll in den Grünanlagen der Nachbarschaft sammeln und entsorgen u.a.m.

Gemeinsam mit Eltern, Kindern und Erziehern wollen wir uns auf den Weg machen, wollen uns gegenseitig anregen, Mut machen, begeistern und anfangen unser Verhalten zu verändern.

Die Waldwoche

 

In jedem Kitajahr ist die Waldwoche inzwischen eine feste Institution. Während einer großen Umbaumaßnahme 2008 brauchten wir einen Ausweichplatz weil wir für 6 Wochen die Kita nicht betreten konnten. In dieser Zeit sind wir mit allen Kindern der Kita in den Wald gefahren, um dort den Tag zu verbringen

Der Wald ist geheimnisvoll, in ihm wohnen Märchen und Mythen, er ist ein riesiger Spielplatz, in dem es immer wieder etwas zu entdecken gibt. Er lädt ein zum Klettern und Verstecken, zum Staunen und Verweilen.

Seine Reize sind unaufdringlich aber nachdrücklich.

Im Gegensatz dazu bietet unsere städtische Umwelt den Kindern intensive optische und akustische Reize. Die sogenannten körperfernen Sinne sind dort also im höchsten Maße beansprucht. 

Gleichzeitig sind die Möglichkeiten die körpernahen Sinne zu entwickeln nur eingeschränkt möglich, das taktile System (Tastsinn: Druck, Schmerz, Temperatur), das kinästhetische System (Bewegung, Stellung, Tiefensensibilität), das vestibuläre System (Gleichgewichtssinn).

Oberflächen sind meist glatt, viele Klettermöglichkeiten sind genormt, asphaltiert, begradigt usw.

Im Wald ist das anders. In ihm ist nichts genormt, alles ist schief, wackelt, liegt im Weg, raschelt, das Licht wechselt sanft zwischen hell und dunkel, die Geräusche sind unaufdringlich.

In der Entwicklungsgeschichte des Menschen spielt der Wald eine wichtige Rolle und so könnte man sagen spiegelt der Wald die natürliche Erwartung der kindlichen Sinne.

Ein besonderes Jubiläum

Im September 1995 wurde in Düsseldorf ein bis heute einzigartiges Projekt eingeweiht. Der Verein Wohnen mit Kindern hatte in Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugenossenschaft Düsseldorf Ost (heute WoGeDo) und der Stadt Düsseldorf ein Projekt verwirklicht, dass das Wohnen von jungen Familien und Alleinerziehenden in der Stadt auf neue Füße stellt. Es sollte ein lebendiges, an den Bedürfnissen von Eltern und Kindern orientiertes Miteinander entstehen. Die Kita sollte dabei einen Mittelpunkt bilden, ein erweitertes Zuhause.

Im Stadtteil Düsseltal an der damals frisch renaturierten Düssel ist mitten im städtischen Raum ein Kleinod für Kinder entstanden. Das großzügige Außengelände und die vielen Kinder, die sich seit 20 Jahren dort frei bewegen können hat ein kleines Bullerbü entstehen lassen.

Untrennbar mit der Idee eines kinderfreundlichen Wohnens verbunden war die Errichtung einer Kindertagesstätte als Elterninitiative im Haus, in der durch die Betreuung der Kinder eine Berufstätigkeit der Eltern ermöglicht wurde. Durch die unmittelbare Nähe zum Wohnumfeld erleben die Kinder die Kindertagesstätte als zu ihrem zu Hause gehörend. Sie erfüllt auch weit mehr, als nur eine Betreuungsfunktion. Sie ist Kommunikationszentrum, fördert Zusammengehörigkeitsgefühl, vermittelt Werte, und als Elterninitiative bietet sie die Möglichkeit aktiv Verantwortung zu übernehmen und eigene Vorstellungen umzusetzen.

Mit einem reformpädagogischen Konzept und klaren Vorstellungen konnten die Mitarbeiter und die neuen Eltern sich sofort in eine feste Struktur einbinden.

In 2o Jahren sind dort viele Geschichten geschrieben und Lebensgeschichten geprägt  worden. Die Kita ist inzwischen zu einer wirklichen Instanz in Sachen Elementarerziehung in Düsseldorf geworden. Die Anmeldezahlen sind enorm, das pädagogische Personal weist eine in diesem Umfeld außergewöhnliche Konstanz auf. Fünf Angestellte inklusive dem Leitungsteam sind dort seit 20 Jahren beschäftigt.

Bis zum heutigen Tag ist der Geist dieser Tage erhalten geblieben und er macht die Vorstadtkrokodile zu dem, was sie sind.

Die Hausbewohner und Gründungsmitglieder haben inzwischen ein weiteres Wohnprojekt in Düsseldorf Gerresheim (Q-bus) gegründet. Ein drittes Projekt wird im März 2017 ebenfalls in Gerresheim  fertiggestellt sein.

Mit Fug und Recht kann man also hier von einer Erfolgsgeschichte sprechen, die hier in Düsseldorf ihren guten Platz hat.

Am 5. September 2015 haben sich viele der Menschen getroffen, die das Projekt im Laufe der Zeit begleitet haben. Aus vielen Kindern sind inzwischen Erwachsene geworden, die sich der Otto-Petersen-Straße noch immer verbunden fühlen. Trotz schlechten Wetters haben alle mit Spiel, Gesang und Tanz, mit Essen und Trinken  an diesem Tag die gemeinsame Geschichte gefeiert.

Verleihung des Preises "Kultur prägt"

 

Kulturministerin Ute Schäfer hat am 3.12.2012 in Düsseldorf 16 herausragende Projekte von Künstlerinnen und Künstlern mit Kindern und Jugendlichen in Bildungs- und Kultureinrichtungen mit dem Preis Kultur prägt!" ausgezeichnet.

Die Künstlerinnen und Künstler, Erzieherinnen und Erzieher hätten mit ihren Projekten nachhaltig beeindruckt. "Sie haben mit großem Engagement dazu beigetragen, die kulturelle Bildung der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Sie ermöglichen ihnen andere Lernerfolge und eröffnen ihnen damit bessere Bildungschancen", erklärte die Ministerin.

http://www.mfkjks.nrw.de/presse/ministerin-ute-schaefer-zeichnet-kuenstlerinnen-und-kuenstler-fuer-projekte-zur-kulturellen-bildung-mit-dem-preis-kultur-praegt-aus-13796/

  Museum Vorstadtkrokodile

 Die Beschäftigung mit Kunst und ästhetischer Bildung stellt einen Teil der pädagogischen Arbeit bei den Vorstadtkrokodilen dar, denn in unserer Einrichtung arbeiten wir Reggio-orientiert.
Mit dem nachfolgenden Projekt haben die Kinder sich besonders intensiv und auf vielen Ebenen mit dem Thema Kunst beschäftigt. Hier sehen Sie einige Momente der Zusammenarbeit zwischen den „großen“ und „kleinen“ Künstlern.

Mit dem Projekt „Kinder entdecken Kunst“ hat sich unsere KiTa für einen Zeitraum von circa sechs Monaten besonders intensiv und auf vielen Ebenen mit dem Thema Kunst  beschäftigt. Der Höhepunkt des Projektes stellte die Ausstellung „Museum Vorstadtkrokodile“ am 18.-22- Juli 2012 dar. Aber auch nach diesem Zeitpunkt gab und gibt es weitere Angebote und Projekte mit großen und kleinen Künstlern. Denn in unserer Kita sind die Kinder die kleine Künstler und Forscher und ihre Werke zu dokumentieren und präsentieren betrachten wir als einen selbstverständlichen Teil unserer pädagogischen Arbeit.

 Am Kunstprojekt waren nicht nur Kinder und Erzieher beteiligt, sondern auch die Eltern der Kinder und besonders die Künstler unter ihnen.Ganz besonderer Dank gilt dabei Paloma Varga Weisz und Ulrike Heydenreich für die Einblicke in das praktische Schaffen eines Künstlers

 

Reggiozertifizierung

 

Düsseldorf, 5.2.2013 – Die hundert Sprachen der Kinder – diesen vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten möchte die Reggio-Pädagogik zum Ausdruck verhelfen und Kinder bei ihrer Selbstverwirklichung und individuellen Entwicklung unterstützen. Das sind wichtige Prinzipien der Kita Vorstadtkrokodile, die die Einrichtung bereits über viele Jahre erfolgreich - und seit kurzem auch offiziell per Zertifikat - im Rahmen der Reggio-Pädagogik umsetzt.

 

Die Kindertagesstätte ist damit die erste Einrichtung für Vorschul- und Kleinkinder in Düsseldorf, die diese Auszeichnung erhält und eine von fünf Kitas in ganz NRW mit Reggio-Zertifikat. Die Urkunde wurde von Dr. Tassilo Knauf, Vorsitzender von Dialog Reggio e.V. der Leiterin und dem Team am 31.01.2013 feierlich überreicht.

„Ziel dieser Form der Pädagogik ist, die Lernfreude der Kinder zu erhalten und zu fördern. Im Gegensatz zur reinen Speicherung von vorgefertigtem Wissen und Inhalten, erarbeiten sich die Kinder ihre Erfahrungen selbst, unterstützt von den Erziehern unserer Kita“, erklärt die Kita-Leiterin Angelika Schnitzler. Die Haltung der Erwachsenen ist für die Umsetzung dieser Philosophie maßgeblich: Pädagogen unterstützen die Kinder bei ihren Erkundungen, nehmen dabei die Antworten nicht vorweg sondern schaffen herausfordernde Alltags- und Lernsituationen. "Die Begeisterung und der Entdeckungsdrang der Kinder sorgen dafür, dass sie sich selbst bilden" betont Grazia Rinallo, Atelierista der Einrichtung.

 

Durch die spielerische Erkundung und den Einsatz unterschiedlicher Alltagsmaterialien wird der Aufbau der eigenen Identität gefördert, das Potenzial des Kindes selbständig entwickelt, aber auch die Empathie für die Bedürfnisse Anderer geschult. Im Alltag bedeutet dies zum Beispiel, dass Kinder aus Materialien wie Verpackungen, Stoffen oder Alltagsgegenständen wie z.B. Spielzeugteilen selbst Kunst­werke fertigen. Sowohl in den Gruppen als auch im Atelier haben die Kinder täglich die Möglichkeit künstlerisch tätig zu werden, Experimente zu machen und ihrer Neugierde nachgehen.

 

Die Reggio-Pädagogik – Die hundert Sprachen der Kinder

Die Reggio-Pädagogik wurde nach der norditalienischen Stadt Reggio Emilia benannt. In kommunalen Tageseinrichtungen für Kinder in der italienischen Stadt haben sich seit den späten 1960er Jahren pädagogische Handlungsstrukturen ausgebildet, welche die Grundlage für die Reggio-Pädagogik stellen. Dieser Ansatz, inzwischen weltweit anerkannt wurde 1991 von der UNESCO als die beste vorschulische Pädagogik gekürt.

Laut Reggio Pädagogik lernen Kinder dadurch, dass sie ihre Entdeckungen, Erlebnisse, Empfindungen und Deutungen mit ihren „hundert Sprachen“ („cento linguaggi dei bambini“) zum Ausdruck bringen, ob in Worten, Bildern oder darstellendem Spiel.